Schwaz in Tirol
 
 
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Lage
 

Die Bezirkshauptstadt Schwaz ist im mittleren Unterinntal am Fuß des Kellerjochs gelegen und erstreckt sich auf einer Seehöhe von 535m. Schwaz ist sowohl in "Stadt" und "Dorf" gegliedert, als auch in geografische Siedlungsbereiche: Ried, Pirchanger, Bleiberg, Ost, Sonnseite, Surheim, Falkenstein,... Überthront vom Schloß Freundsberg, imponieren im Herzen der Stadt die gotische Pfarrkirche und am Rande die St. Martins-Kirche. Die Ansiedlung ist seit Jahrhunderten vom Lahnbach bestimmt, der durch Schottertransport und Überschwemmungen den ortsbestimmenden Schuttkegel aufbaute und die Stadt in zwei Hälften teilt.

 
 
Blick über die Stadt Schwaz von Fiecht aus / OFW3

 

Blick vom Stift Fiecht zum Kellerjoch

 

Luftaufnahme vom Ortskern Schwaz

 

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Geschichte
 

Der Raum um Schwaz war schon in Jungsteinzeit (4000-2000 v. Chr.) und Bronzezeit (ab 1500 v. Chr., Funde bei St. Martin) besiedelt. Die Stadt selbst wurde 930 erstmals urkundlich als "Suates" erwähnt. Um 1770 errichteten die Fruntsberger einen einfachen Wohnturm auf dem Hügel über Schwaz, den sie im 13. Jahrhundert zum ortsbestimmenden Schloß Freundsberg ausbauten. War das Ortsbild anfänglich bäuerlichen Charakters, stieß es nach der Entdeckung der Silber- und Kupfervorkommen bald in großstadtähnliche Dimensionen vor. Zur Blütezeit des Bergbaus im 15. und 16. Jahrhundert war Schwaz als die größte Bergbaumetropole Europas mit 20.000 Einwohnern (heute etwa 15.000) nach Wien die zweitgrößte Ortschaft im Habsburger Reich.

Der Aufstieg nach der abgeflauten Zeit des Bergbaus wurde durch folgende Einrichtungen eingeleitet: 1819 Kreishauptschule, 1830 Errichtung einer Produktionsstätte für Tabakwaren, 1837 Eröffnung des Bezirksgerichtes, 1858 Bahnhof, 1871 gewerbliche Fortbildungsschule, 1876 Altenheim, 1889 erstes Schwazer Schwimmbad, 1897 erste Stromanschlüsse, 1898/99 Errichtung des Franz-Josef-Krankenhauses, 1900 Handelsschule.

Seit 1999 blickt Schwaz auf eine hundertjährige "Stadt"geschichte zurück, denn im Jahr 1898 wurde neben dem Marktort Imst auch Schwaz zur Stadt erhoben. Dies erfolgte per Urkunde vom 16. September 1899 anhand der Entschließung vom 28. April durch Kaiser Franz Joseph I.. Nach der schwierigen Zeit des 1. und 2. Weltkrieges fand Schwaz schließlich seinen bedeutenden Platz in Tirol als Handels-, Industrie-, Schul- und Fremdenverkehrsstadt.

 
Schwaz um 1908

Schwaz um 1908

Pfarrkirche Schwaz / Altaraufbau der Veitskapelle

Pfarrkirche/Altaraufbau der Veitskapelle

Schwaz um 1850, Lithographie

Schwaz um 1850, Lithographie

 

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Bergbau
 

Bereits um 1500 v. Chr. wurde im Gebiet um Schwaz Kupfer abgebaut, das in Verbindung mit Zinn zur Herstellung von Bronze benötigt wurde. Der Sage nach soll 1409 n. Chr. die Magd Gertraud Kandlerin beim Ackerpflügen auf dem Kogelmoos (Bereich oberhalb der Stadt) einen silberhaltigen Stein entdeckt haben. Um 1420 wurden erstmals reichhaltige Erzgruben am Falkenstein aufgetan und die Zuwanderung von bergmännischem Fachpersonal aus Böhmen, Sachsen und deutschen Landen begann. Innerhalb weniger Jahre wurde die Schwazer Metallproduktion ein europäischer Wirtschaftsfaktor und der Falkenstein wurde zur Silber- und Geldquelle der Habsburger. Das große Geschäft mit dem Silber lockte schließlich bedeutende Personen der damaligen Zeit nach Schwaz: die Augsburger Welthandelsfirma der Fugger und Baumgartner bestimmten lange Zeit das Leben in der Knappenstadt. Auch der Naturwissenschaftler und Arzt Paracelsus (Philipp Aureol Theophrast Bombast von Hohenheim in Egg an der Sihl, geboren am 17. Dezember 1493) besuchte auf seinen Forschungsreisen zweimal (1516 und 1533/34) Schwaz, um sich mit bergmännischen Krankheiten auseinanderzusetzen.

Unterstützten die Fugger im Jahre 1519 noch mit 850.000 Gulden (aus Schwazer Erzen) die Ernennung des Habsburgers Karl V. zum deutschen König, so fand um 1550 nach allgemein schlechter Wirtschaftslage die Augsburger Handelgesellschaft ein jähes Ende. Nach dem Einzug des Großteils der Knappen in die Landesverteidigung und dem Import von "billigem" Silber aus amerikanischen Tageabbauten begann das schleichende Ende der "Silberzeit" in Schwaz.

In den erzreichen Bergen und Hängen der Stadt Schwaz wurde in einem Zeitraum von 1420 bis 1827 Metall abgebaut, die Ausbeute an Silber (2.571 Tonnen) und an Kupfer (190.999 Tonnen) verdeutlicht den wirtschaftlichen und weltpolitischen Einfluß der Silberstadt.

 
 
 

Schwaz 1556, Stich aus dem Schwazer Bergbuch

Schwaz 1556, Stich aus dem Schwazer Bergbuch

 

Alte Zeche, Schwazer Bergbuch

Alte Zeche, Schwazer Bergbuch, Tiroler Landesmuseum

 
 
 

Zeichnungen aus dem Schwazer Bergbuch von 1561, Codex Vindobonensis 10.852, Nationalbibliothek Wien

Durchschlag  Haspel / Kram  Silberbrenner  Gesenk / Halden  Soleisen
           Durchschlag                   Haspel/Kram                      Silberbrenner                    Gesenk/Halden                     Soleisen
 
 

Swatz ist aller perckhwerck muater zwar

Davon nert sych ayn gar gross schar

Ob treyssygh taussent, hab ich recht behalten

Von mannen, frauen, yungh und altn.

Tiroler Landreim von Georg Rösch aus dem Jahr 1558

 
 

Wasserrad im Schaubergwerk zu Schwaz

Stollengang im Bergwerk

 

 Wasserrad und Stollengang, zur Verfügung gestellt vom Schwazer Silberschaubergwerk

 

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Gebirge
 

Die gewaltige Umarmung des Inntales bei Schwaz bilden im Nordwesten die Karwendelketten (Hochnissl 2547m) und im Süden die hoch aufsteigenden Tuxer Alpen (Kellerjoch). Der "Kellner" (2344m) ist der Schwazer Hausberg; mit der Kellerjochhütte (2237m) und der Kapelle am Gipfel ein vielbesuchtes Wanderziel. Zahlreiche Wanderungen und alpine Ziele erstrecken sich über der Stadt: Kogelmoos, Plumpmoos, Proxen(stand), Grafenast, Egertboden, Arbeser (Hecher, Schigebiet) 

 
 
Hausberg Kellner / Sonnwendfeuer

Hausberg/Sonnwendfeuer

Kellner / Kapelle

Kellner - Kapelle

Hecher - Haus am Arbeser

   Hecher-Haus am Arbeser

 

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StadtBilder
 

Schwaz ist geprägt durch unzählige Bauten in architektonisch höchst interessantem Maße: die Pfarrkirche "zu unserer lieben Frauen Himmelfahrt" stand schon um 1200, nach dem Umbau (1460-78) in eine dreischiffige Hallenkirche, begann man 1490 nach Plänen von Erasmus Grasser mit der Erweiterung zum heutigen Bestand. Des weiteren beeindrucken (kleine Auswahl): Burg Freundsberg, Totenkapelle (1504), Palais Enzenberg (1515), Spitalskirche (1515-43), Altes Gericht, Kirche St. Martin (1510-21), Fuggerhaus (1525), Franziskanerkloster (1507), Handelshaus (1500-09) und heutiges Rathaus, Steinbrücke (1928/29), St. Barbara-Kirche (1984)

 
 
Schloß Freundsberg / Schlafkammer

Schloß Freundsberg/Schlafkammer

Pfarrkirchenorgel von Gaudenz Köck

Pfarrkirchenorgel auf der Westempore, Gaudenz Köck

Franz-Josef-Straße zur Pfarrkirche

Franz-Josef-Straße / Hochschwarzer-Fenster

Fenster: Fred Hochschwarzer 1955

Rathaushof bzw. Fuggerhaus

Rathaushof bzw. Fuggerhaus

Pfarrpark / Arkadengang

Pfarrpark/Arkadengang

 

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